Dieser Artikel ist Teil einer Artikelserie über die Grundlagen des Abnehmens. Hier geht es zur Übersicht über alle Artikel der Serie.
Die Rolle der Waage beim Abnehmen
Wer ein Ziel hat, muss wissen, ob er sich in die richtige Richtung bewegt. Das ist für die langfristige Motivation wichtig. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Veränderungen zu erfassen.
Objektive Daten wie Gewicht oder Körperumfang zeigen tatsächlich den Effekt der Bemühungen. Zumindest langfristig. Kurzfristig sind Überraschungen möglich.
In diesem Artikel geht es um diese objektiven Daten. In weiteren Artikeln wird dann gezeigt, dass es auch andere Möglichkeiten gibt.
Die Messgeräte selbst sind altbekannt. Es kommt aber vor allem darauf an, wie man damit umgeht.
Richtig wiegen
Eine Personenwaage wiegt das Gesamtgewicht des Körpers. Das ist alles: Fett, Muskeln, Knochen, innere Organe, Wasser und der Inhalt von Magen und Darm.
Abnehmen bedeutet, die Fettmenge am Körper zu reduzieren. Zunehmen bedeutet, mehr Fett einzulagern. Die Waage kann aber nicht unterscheiden, ob gerade mehr oder weniger Wasser im Körper ist, ob Muskeln ab- oder aufgebaut werden oder ob sich tatsächlich die Fettmenge verändert.
Das Gewicht, das die Waage anzeigt, ist deshalb mit einer gewissen Vorsicht zu behandeln. Je kleiner die Anzeigeschritte auf der Waage sind, umso mehr muss man damit rechnen, jeden Tag ein anderes Gewicht abzulesen.
Das kann gar nichts bedeuten, oder es kann bedeuten, dass sich tatsächlich etwas geändert hat. Wer sich jeden Tag wiegt, steht jeden Tag vor der Frage, ob die Veränderung jetzt echt ist oder nicht. Das verursacht Stress.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit diesem Stress umzugehen.
Man kann sich über längere Zeit täglich wiegen und daraus lernen, wie groß die täglichen Schwankungen bei einem selbst sind. Völlig normal sind Schwankungen von +/- 2 Kg. Abhängig vom weiblichen Zyklus kann das Gewicht auch um +/- 5 Kg schwanken, sogar von einem Tag auf den anderen.
Auf der anderen Seite ist es kaum möglich, mehr als 200 g Fett am Tag zu verlieren. Realistisch sind eher 100 g.
Bei täglichem Wiegen geht die wahre Veränderung also komplett in den täglichen Schwankungen unter.
Hinzu kommt, dass es keinen Unterschied macht, ob man heute 100 g abgenommen hat oder nicht. Diese 100 g entscheiden nicht darüber, ob man sein Zielgewicht schon erreicht hat oder nicht. Denn für gewöhnlich fängt man Abnehmen nur dann an, wenn man zumindest mehrere Kilogramm verlieren möchte.
Wenn man ohnehin weiß, dass man noch länger mit Abnehmen beschäftigt sein wird, ist es also sinnvoll, sich den Stress zu ersparen und sich nur einmal in der Woche zu wiegen. Einmal im Monat reicht auch.
Neben der Waage gibt es noch das Maßband. Das ist das allereinfachste Meßinstrument überhaupt. Man misst üblicherweise den Umfang am Bauch/um die Taille. Wenn man möchte, kann man noch alle möglichen sonstigen Körperumfänge messen.
Zu diesem Messen gibt es eine einfache Abkürzung: Der Hosenbund. Wenn eine Hose, die am Anfang zu eng war, allmählich erst bequem und dann zu groß wird, kann das viel motivierender wirken als ein Gewichtsverlust auf der Waage.
Um zu wissen, ob man auf dem richtigen Weg ist, reicht es völlig aus, eine dieser beiden Messmethoden anzuwenden.
Viele Menschen möchten es aber ganz genau wissen. Und für diese gibt es die Körperanalysewaagen.
Körperanalysewaagen
Diese Waagen arbeiten mit Bioimpedanz-Analyse, sie senden schwache Stromstöße durch den Körper und versuchen mittels der unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeit, zwischen Fett und Muskeln zu unterscheiden.
Das klingt gut, ist bei Waagen für den Hausgebrauch aber oft extrem ungenau, da schon feuchte Füße oder ein Glas Wasser das Ergebnis verfälschen können.
Körperanalysewaagen sind also eher ein Gadget als ein wichtiges Messinstrument. Kann man machen, muss man aber nicht.
Relevanz der Messungen
Egal, ob man sich wiegt oder ob man seinen Umfang misst, gelegentlich (alle paar Wochen) sollte man es machen. Denn wenn das Gewicht oder der Umfang über Wochen gleich bleibt oder sogar ansteigt, liegt kein Kaloriendefizit vor. Egal wie sehr man sich gefühlt anstrengt oder einschränkt.
Der entscheidende Faktor hierbei ist der Trend. Ein einzelner Messwert sagt nichts aus. Erst der Durchschnittswert aus mehreren Tagen im Vergleich zum Durchschnitt davor, oder (besser) Messungen in größeren Abständen zeigen an, in welche Richtung die Entwicklung tatsächlich geht.
Zeigt die Kurve langfristig nach unten, machst du alles richtig. Auch wenn die Waage heute mehr anzeigt als gestern.
Fehlerquellen oder warum die Anzeige der Waage mit Vorsicht zu genießen ist
Der häufigste Fehler ist, in Zweifel zu verfallen, nur weil die Waage mal mehr anzeigt. Erst wenn das über längere Zeit so bleibt, besteht Grund, die Vorgehensweise zu überdenken.
Diese scheinbaren Gewichtszunahmen können eine Reihe von Ursachen haben:
- Wasser: Wer salzig oder kohlenhydratreich isst, speichert Wasser.
- Mageninhalt: Gesunde, ballaststoffreiche Ernährung kann zu großem Mageninhalt führen
- Hormone: Besonders im weiblichen Zyklus sind Wassereinlagerungen vor der Periode völlig normal.
- Stress: Hohe Cortisolwerte können ebenfalls zu Wasserspeicherung führen.
- Nicht vergessen: unerklärlicher Zufall.
Weiterführende Informationen
Wie du richtig misst und die Ergebnisse interpretierst, erfährst du hier:
Körperanalysewaagen: Mit Hightech zum Abnehmerfolg?
Gewichtsstillstand auf der Waage: Warum das nicht heißt, dass der Abnehmerfolg ausbleibt





