Kalorien zählen - sinnvoll oder nicht?
28. August 2021
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4 Minuten

Da das Zählen von Kalorien an und für sich eine ziemlich nutzlose Tätigkeit ist, findet man an dieser Stelle, trotz der Überschrift, keine Kalorientabellen.

Das Zählen eines einzigen Wertes, des Kaloriengehaltes der Lebensmittel, führt dazu, dass man andere, viel wichtigere Werte wie den Nährstoffgehalt oder die Sättigung, aus dem Blickfeld verliert. Außerdem macht Zählen als solches noch nicht schlank, es verursacht nur Stress.

Stress beim Abnehmen ist kontraproduktiv. Für eine gesunde, zum Abnehmen geeignete Ernährung ist es nicht wichtig, den genauen Kaloriengehalt der Lebensmittel zu kennen.

Viel wichtiger ist es, sich einen groben Überblick über die Nährstoffgehalte der verschiedenen Lebensmittel zu verschaffen. Und da kann es durchaus vorkommen, dass Lebensmittel mit einem hohen Kaloriengehalt zum Abnehmen besser geeignet sind als manche andere, die scheinbar wenig Kalorien haben, aber nicht satt machen, oder nicht genügend Vitamine oder Mineralstoffe enthalten.

Auch ein Zuviel an künstlichen Zusatzstoffen ist für eine gesunde, zum Abnehmen geeignete Ernährung nicht zu empfehlen.

Dauerhaft abnehmen ohne Kalorienzählen

Um langfristig abzunehmen und nicht wieder zuzunehmen ist es notwendig, wieder zu lernen, auf seinen Körper zu hören, der einem sagt, wann er Nahrung braucht, wann es genug ist, und welches die Nahrungsmittel sind, die er braucht.

Das lernt man nicht durch Kalorienzählen, sondern durch Training mit natürlichen, möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln, die tatsächlich die Eigenschaften haben, die Geruch und Aussehen vermuten lassen.

Beim Prozess der Umstellung der Ernährung ist das Zählen von Kalorien eher hinderlich. Dabei sind Sport und Bewegung wichtige Hilfsmittel, die das Wiedererlernen einer angemessenen Körperwahrnehmung deutlich erleichtern.

Bestimmung des Kaloriengehaltes von Lebensmitteln

Der Blick in eine Kalorientabelle kann dann Sinn machen, wenn man überhaupt keine Ahnung hat, was ein vorliegendes Lebensmittel für Eigenschaften hat und man sich einen Eindruck verschaffen möchte.

Dabei kann es durchaus passieren, dass der Blick in verschiedene Tabellen zu verschiedenen Ergebnissen führt.

Es ist nämlich gar nicht so einfach, den Kaloriengehalt von Lebensmitteln festzustellen.

Das liegt daran, dass unsere Nahrungsmittel doch immer noch Naturprodukte sind, oder doch zumindest aus solchen hergestellt werden. Von daher wird es nur selten vorkommen, dass zum Beispiel zwei Tomaten oder zwei Steaks den exakt gleichen Kalorien- und Nährstoffgehalt aufweisen.

Hinzu kommt, dass sich der Kaloriengehalt von Lebensmitteln nur feststellen lässt, wenn sie dabei zerstört werden. Es kann also immer nur der Energie- oder Kaloriengehalt von ganz bestimmten Tomaten oder Steaks festgestellt werden.

Was in den Tabellen steht, sind dann Durchschnittswerte, von denen man annimmt, dass sie für alle anderen Tomaten oder Steaks auch gelten.

Die Werte in Kalorientabellen sind also als grober Anhaltspunkt durchaus geeignet, aber es macht keinen Sinn, aus der Angabe scheinbar exakter Werte zu schließen, man wüsste den Energiegehalt jetzt ganz genau.

Und vor allem macht es keinen Sinn, sich von den Werten in Kalorientabellen vorschreiben zu lassen, auf welche Lebensmittel man jetzt Appetit hat, oder welche Lebensmittel zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung führen.

Gesunde Ernährung auf der Grundlage von Kalorientabellen

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann mit viel Mühe von Ernährungsexperten auf der Grundlage von Kalorien- und Nährwerttabellen errechnet werden.

Das ist ein sehr komplizierter Vorgang, da sehr viele verschiedene Werte, wie die unterschiedlichen Vitamin– und Mineralstoffgehalte, berücksichtigt werden müssen. Und das Ergebnis hat nur dann den gewünschten Effekt, wenn der resultierende Plan auch wirklich bis ins Kleinste befolgt wird.

Die zweite Möglichkeit, zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung zu kommen, ist wieder zu lernen, auf die Signale seines Körpers zu hören, der genau weiß, was er braucht, und was ihm fehlt. Die zweite Möglichkeit besteht also in einer echten Ernährungsumstellung.

Kalorienzählen fördert die Tendenz, zu wenig zu essen, und es führt nicht zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung.

Dabei ist es gerade für abnehmwillige Übergewichtige wichtig, sich gesund zu ernähren und dabei eben nicht zu wenig zu essen. Denn es ist leider nicht so, dass man um so schneller abnimmt, je weniger man isst.

Kaloriengehalt und Kalorienverbrauch

Zu wissen, wie hoch der Kaloriengehalt eines Lebensmittels ist, nützt einem nur dann was, wenn man auf der anderen Seite weiß, wie hoch der Energiebedarf des jeweiligen Menschen ist.

Und auch das ist gar nicht so einfach festzustellen. Auch hier gibt es Tabellen, in denen Durchschnittswerte stehen, die für den Einzelnen richtig oder falsch sein können, denn schließlich sind die Menschen verschieden.

Die komplizierten Messverfahren, mit denen exakte Verbrauchswerte für bestimmte Situationen und Tätigkeiten bestimmt werden können, kann man sich ersparen (im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie sind richtig teuer), wenn man wieder lernt, sein Körpergefühl richtig zu interpretieren.

Das ist das, was schlanke Menschen schon immer tun. Solange dieses Körpergefühl noch nicht voll entwickelt ist, kann es Sinn machen, sich einen groben Überblick über seinen vermutlichen Kalorienverbrauch und die zu seiner Deckung notwendigen Nahrungsmittel zu verschaffen. Das Ziel sollte aber sein, von solchen Hilfsmitteln wegzukommen, wenn langfristiger Erfolg angestrebt wird.

Da der dazu notwendige Lernprozess unter Umständen schwierig sein kann, kann es sinnvoll sein, sich dabei helfen zu lassen. Die Abnehmschule bietet diese Hilfe an.

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Beitragsbild: udra11/Shutterstock