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Militär-Diät: 5 Kilo in einer Woche abnehmen. Ist das wahr?

Der Ernährungsplan der Militär-Diät ist feststehend. Alles muss gegessen werden. Auch das Vanille-Eis. Leider gibt es sonst nicht sehr viele Gründe, die für diese Diät sprechen
Militärdiät: ein Soldat im Gegenlicht
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10 Minuten
Astrid Kurbjuweit
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Militär-Diät. Mit militärischer Disziplin in einer Woche bis zu 5 Kilo abnehmen. Hört sich nicht nach Spaß an, aber wenn es wirkt, kann man das vielleicht in Kauf nehmen.

Hier geht es darum, ob es wirkt, wie man es macht, und welche Vor- und Nachteile diese Diät hat.

Der einzige echte Lichtblick ist das Vanille-Eis. Was es damit auf sich hat.

Was ist die Militär-Diät?

Die Militär-Diät ist eine Crash-Diät, und wie bei vielen dieser Diäten ist nicht ganz klar, wo sie herkommt. Ziemlich sicher nicht aus dem Militär.

Denn es ist eine reine Diät, es geht nur darum, was man isst. Während beim Militär körperliche Fitness eine große Rolle spielt.

Wenn man aber so wenig und so ungesund isst, wie bei der Militär-Diät, dann wird man zwar abnehmen, aber die Fitness und Leistungsfähigkeit werden eben auch abnehmen.

Anzeige: Zuletzt aktualisiert am 22. Mai 2024 um 20:47 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

In jedem Fall erfordert die Militär-Diät eine geradezu militärische Disziplin. Wer ohne nach dem Sinn zu fragen genau das macht, was verlangt wird, wird belohnt werden. Der bekommt die Beförderung in eine andere Gewichtsklasse.

3 Tage Diät, 5 Kilo weg?

Die Militär-Diät verspricht, dass man in einer Woche bis zu 5 Kilo Gewicht verliert. Die Diät-Woche besteht dabei aus drei Tagen strenger Diät und vier Tagen Umgewöhnung auf normale Essgewohnheiten.

Die Erwartung ist also, dass man bereits nach drei Tagen bis zu fünf Kilo leichter sein könnte.

Bei militärischer Lebensweise, also wenn man ein eher junger Mann ist, der den ganzen Tag von morgens bis abends körperlich schwere Arbeit leistet, kann das klappen.

Für alle anderen ist das eher unwahrscheinlich.

Allerdings ist in der Diät-Beschreibung nichts von Aktivitäten egal welcher Art enthalten.

Und wenn man tatsächlich drei Tage schwer arbeitet, dabei fast nichts isst, dann kann man ziemlich sicher mit Nebenwirkungen rechnen.

Von Unterzuckerung bis Kreislaufkollaps ist da alles möglich. Man hält sich mit Anstrengungen also besser zurück, wenn man diese Diät macht.

Wenn man die drei Tage dagegen untätig verbringt, sind die fünf Kilo Gewichtsverlust eher unrealistisch, auch bei hohem Ausgangsgewicht.

Nicht vergessen sollte man auch, dass von bis zu fünf Kilo die Rede ist. Bis zu bedeutet höchstens. Bis zu fünf Kilo abnehmen bedeutet also höchstens fünf Kilo abnehmen.

Und dann kann man sich entspannt zurücklehnen. Dieses Ziel wird man erreichen. Mit hundertprozentiger Sicherheit.

Militär-Diät Essensplan

Wie alle Crash-Diäten verlangt auch die Militär-Diät, dass man sich exakt an die Vorgaben hält, ohne zu fragen, warum das genau so ist und nicht anders.

Wenn der Plan sagt, dass man Vanille-Eis essen muss, dann isst man eben Vanille-Eis. Man fragt nicht nach dem Sinn.

Es gibt einen Essensplan für drei Tage. Das müssen drei aufeinanderfolgende Tage sein und es gibt das, was auf dem Plan steht. Nicht mehr, nicht weniger, nichts anderes.

Das hat immerhin den Vorteil, dass man keine Kalorien oder ähnliches zählen muss.

Tag eins

Frühstück: eine halbe Grapefruit, eine Scheibe Toastbrot, 2 Teelöffel Erdnussbutter, eine Tasse schwarzer Kaffee oder Tee

Mittagessen: eine halbe Dose Thunfisch, eine Scheibe Toastbrot, eine Tasse schwarzer Kaffee oder Tee

Abendessen: 100 Gramm mageres Fleisch, 100 Gramm grüne Bohnen, eine halbe Banane, ein kleiner Apfel, eine Kugel Vanille-Eis

Tag zwei

Frühstück: eine Scheibe Toastbrot, ein Ei, eine halbe Banane, eine Tasse schwarzer Kaffee oder Tee

Mittagessen: fünf Salzcracker, ein Becher körniger Frischkäse, ein Ei, eine Tasse schwarzer Kaffee oder Tee

Abendessen: zwei kleine Hot-Dog-Würstchen, 100 Gramm Brokkoli, 50 Gramm Möhren, eine halbe Banane, eine Kugel Vanille-Eis

Tag drei

Frühstück: fünf Salzcracker, eine Scheibe Käse, ein kleiner Apfel, eine Tasse schwarzer Kaffee oder Tee

Mittagessen: ein Ei, eine Scheibe Toastbrot, eine Tasse schwarzer Kaffee oder Tee

Abendessen: eine Dose Thunfisch, eine halbe Banane, eine Kugel Vanille-Eis

Auf diese drei Tage folgen vier Tage, für die es keinen exakten Plan gibt. Man soll normal essen, aber eben nicht so viel.

Wenn man möchte, darf man danach nochmal bei Tag eins beginnen.

Soweit die Vorschriften. Aber, Militär hin oder her, man fragt sich natürlich doch, warum die Vorschriften genau so aussehen und nicht anders.

Militär-Diät Ernährungsplan

Warum enthält die Militär-Diät genau diese Lebensmittel und keine anderen?

Die Idee ist, dass Lebensmittel wie Grapefruit, Kaffee, Eier, Thunfisch, Brokkoli und Erdnussbutter den Stoffwechsel ankurbeln sollen.

Tatsächlich beruht die Wirkung der Diät wohl eher auf dem sehr geringen Kaloriengehalt.

Grapefruit hat, bedingt durch die enthaltenen Bitterstoffe, tatsächlich eine leicht appetitregulierende Wirkung. Aber mit einer halben Grapefruit in der Woche kommt man da nicht weit.

Kaffee wird als Fatburner diskutiert. Aber er wirkt wohl nur dann, wenn man auch sportlich aktiv wird. Und man gewöhnt sich schnell dran, dann geht die Wirkung verloren.

Die meisten Menschen werden also von der (minimal) fettverbrennenden Wirkung des Kaffees nichts merken.

Auch für die anderen verwendeten Lebensmittel gibt es Erklärungen. Aber insgesamt erscheint die Diät doch eher als willkürliche Zusammenstellung.

Denn zum Beispiel für Cracker oder Hotdogs wird es schwer, plausible Begründungen zu finden. Und es gäbe andere Lebensmittel, die man an der Stelle essen könnte, die dann auch einen gesundheitlichen Nutzen hätten.

Auch wenn man den Toast als Vollkorntoast isst, bleibt die Diät ballaststoffarm, es ist einfach zu wenig Gemüse.

Und die Essensmengen sind sehr gering, man wird schlicht mit Hunger zu kämpfen haben.

Aber bei allen Nachteilen hat die Diät ein echtes Highlight: es gibt Eis! Vanilleeis.

Eis! Vanilleeis

Warum es ausgerechnet Vanille sein muss, lässt sich nicht herausfinden.

Militär-Diät: eine Kugel Vanille-Eis

Bei der Militär-Diät gibt es Vanille-Eis. Verpflichtend.
Foto: stockcreations/Shutterstock

Aber wer gerne Vanilleeis mag, wird dies als großen Pluspunkt bei dieser Diät sehen.

Die Vermutung ist, dass derjenige, der sich die Diät ausgedacht hat, auch gerne Vanilleeis mochte. Ansonsten ist die Entscheidung willkürlich.

Denn die Begründung, dass Vanilleeis Calcium enthält und deshalb zum Abnehmen beiträgt, hält einer kritischen Prüfung nicht stand.

Alle Milcheis-Sorten enthalten Calcium. Milch enthält Calcium. Alle Milchprodukte enthalten Calcium. Den ganzen Zucker, das viele Fett, die im Eis sind, braucht man nicht, wenn es ums Calcium geht.

Tatsächlich ist ein Calcium-Mangel nachteilig, wenn man abnehmen möchte. Er ist aber auch sowieso nachteilig. Ausgerechnet Eis ist nicht die ideale Lösung bei Calcium-Mangel.

Eis ist eine gute Lösung, wenn Genuss gesucht sind. Man sollte es genießen, ohne faule Ausreden. Denn Genuss ist wichtig beim Abnehmen.

Aber man muss sich eben mit militärischer Disziplin an den Plan halten. Egal, ob Vanille die eigene Lieblingssorte ist oder ob man lieber Schoko-Eis oder eine andere Sorte hätte.

Es ist an der Stelle wahrscheinlich besser, nicht zu viele Fragen zu stellen, einfach das Eis zu genießen.

Militär-Diät, wie funktioniert das?

Das Prinzip der Militär-Diät ist, dass man drei Tage lang eisern den Plan einhält. Drei Tage, das lässt sich durchhalten. Und dann darf man vier Tage lang normal essen.

Da ist es durchaus ein Vorteil, dass der Essensplan feststeht. Denn je weniger man sich mit dem Essen beschäftigt in der Zeit, umso besser kann man das durchhalten.

Das erinnert ein bisschen ans Intervallfasten, und tatsächlich bekommt man leicht dieselben Probleme.

Drei Tage eisern die Diät durchhalten, das geht ja noch. Man kann sich gut an dem feststehenden Plan festhalten.

Aber dann in den folgenden vier Tagen tatsächlich normal zu essen, nicht alles wieder aufzuholen, das ist die echte Schwierigkeit.

Und hier schweigt sich die Militär-Diät aus. Man kann sehen, wie man damit klar kommt.

Vorteile der Militär-Diät

Wer ganz schnell, jetzt sofort, ein paar Kilo loswerden will oder muss, kann das mit der Militär-Diät machen.

Es funktioniert. Man ist nach den drei Tagen definitiv leichter als vorher. Die Hose geht wieder zu, die Erleichterung ist groß.

Der feststehende Essensplan hat den Vorteil, dass man keine Kalorien zählen muss, dass man so wenig wie möglich in Versuchung geführt wird.

Es gibt Eis.

Allerdings ist es sinnvoll, nicht nur auf die Vorteile zu gucken. Denn man fängt sich ein paar Nachteile ein, mit dieser Diät.

Schwierigkeiten, Nachteile, Probleme der Militär-Diät

Der feststehende Essensplan ist leider nicht nur ein Vorteil. Wer sich dran hält, nimmt ab, sicher.

Aber man lernt nicht, wie man sich in Zukunft ernähren kann, um das neue Gewicht auch zu halten.

Es ist schon schwer, sich an den Plan zu halten, es erfordert militärische Disziplin. Auf Dauer funktioniert das nicht, und dann nimmt man wieder zu.

Der Essensplan hat wenig Kalorien, deshalb nimmt man damit ab. Aber er hat auch wenig Vitamine, Ballaststoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente, und was der Mensch sonst noch so braucht.

Selbst mit so wenig Kalorien geht das besser.

Und, es sind zu wenig Kalorien. Man nimmt zwar schnell ab, aber man fängt sich einen Jo-Jo-Effekt. Fast mit Sicherheit.

Wie bei allen Crash-Diäten verliert man zunächst viel Gewicht. Aber man sollte sich keinen Illusionen hingeben, das ist alles, nur kein Körperfett.

Genau das, was man eigentlich loswerden will, das Fett, das bleibt bei dieser Art Diät erstmal da, wo es ist.

Man verliert Wasser, Magen- und Darminhalt, Glykogen und nach einer Weile auch Muskelmasse.

Bis auf die Muskeln ist das alles in Nullkommanix wieder da. Die Militär-Diät wirkt nicht nachhaltig.

Und Muskeln zu verlieren, ist ein echter Boomerang.  In Muskeln ist weniger Energie gespeichert als im Körperfett. Deshalb nimmt man schnell ab, wenn man Muskulatur abbaut.

Aber Muskeln sind wichtig. Muskeln verbrauchen Energie, ständig. Je weniger Muskeln man hat, umso weniger Energie verbraucht man, umso schwerer wird es, abzunehmen oder auch nur, das Gewicht zu halten.

Mit langsamem Abnehmen kann man dem Verlust der Muskelmasse vorbeugen. Krafttraining hilft nochmal. Die Militär-Diät sieht beides nicht vor.

Man kann also kurzfristig schnell Gewicht verlieren. Aber langfristig wirkt das wie ein Boomerang, das Gewicht kommt zurück, und es kommt mehr zurück, als man verloren hatte.

Wie man es besser machen kann

Egal, ob Militär-Diät oder eine andere Crash-Diät, es gibt schnelle, kurzzeitige Erfolge und danach ein böses Erwachen.

Es gibt eigentlich wenig Gründe, warum man so schnell abnehmen muss.

Besser wäre tatsächlich, sich die Zeit zu nehmen und langsam abzunehmen.

Mit Ernährungsumstellung, gesunder Ernährung, Sport und Bewegung erreicht man zwar keine schnellen, dafür aber dauerhafte, nachhaltige Erfolge.

Und man gewinnt enorm an Lebensqualität.

Genuss ist dabei erlaubt, er hilft beim Abnehmen. Es darf also gelegentlich mal ein Eis sein, auch ohne Militär-Diät.

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